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Kleine
Geschichte der Stadt Goslar |
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10. Jh. |
Im Zusammenhang mit der Intensivierng des Bergbaus im
Oberharz (Silber) und am Rammelsberg (Kupfer) wächst eine Siedlung im Tal an
der Gose langsam zur Stadt Goslar heran. |
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1005/1009/1015 |
Erste Erwähnungen einer Pfalz in Goslar (vermutlich
ein Vorgängerbau an Stelle der heutigen Kaiserpfalz) |
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Um 1045/1050 |
Mit der Stiftskirche St. Simon und Judas ("Goslarer
Dom") und dem heute noch existierenden Saalbau der Kaiserpfalz entstehen
unter Kaiser Heinrich III. zwei der großartigsten Bauten der Salierzeit. Die
Goslarer Pfalz wird zu einem der wichtigsten Herrschaftsorte des Reiches. |
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11.11.1050 |
Der Sohn Heinrichs III., sein späterer Nachfolger
Heinrich IV., wird in Goslarer geboren. |
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5.10 1050 |
Heinrich der III. stirbt auf einem Jagdausflug in
Bodfeld. Sein Leichnam wird nach Speyer überführt, sein Herz dagegen bleibt
in Goslar. Es ist heute in der zur Pfalz gehörigen St. Ulrichskapelle
beigesetzt. |
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11./12. Jh. |
Goslar wächst zu einer mittelalterlichen Großstadt mit
annähernd 5000 Einwohnern, einer Stadtbefestigung, fünf Pfarrkirchen und
vier Stiftskirchen heran. Die Wirtschaft basiert auf Bergbau und
Hüttenwesen, der Zentrumsfunktion für die Bergbauregion Harz, Metallhandel
und einer Münzprägestätte. |
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1219 |
Letzter Reichstag unter Kaiser Friedrich II., der
Goslar ein Stadtrechtsprivileg erteilt. Dieses wird zur Grundlage des 1330
kodifizierten Stadtrechts. |
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1253 |
Mit Wilhelm von Holland besucht zum letzten Mal ein
Herrscher die Kaiserpfalz. |
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1290/1340 |
Durch Erwerb der Reichsvogtei und Verleihung des
Heerschildrechts wird Goslar Freie Reichstadt. Schon 20 Jahre zuvor ist
Goslar Mitglied in einem regionalen Städtebund, der später in der Hanse
aufgeht. |
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1356 |
erwirbt Goslar Gericht und Zehnten am Rammelsberg
pfandweise vom Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel, das sich aber das
Rückkaufsrecht vorbehält. |
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um 1460 |
Nach annähernd 100 Jahren geringer Produktivität und
zeitweiligem Erliegen des Bergbaus am Rammelsberg beginnt eine Phase großer
Erträge, die für Goslar eine wirtschaftliche Blütezeit bedeutet. In dieser
Zeit entsteht das noch in großen Teilen erhaltene spätmittelalterliche
Stadtbild mit Bauwerken wie dem Rathaus, Gildehäusern, der letzten
Ausbaustufe der Stadtbefestigung und gotischen Um- und Ausbauten an den
Kirchen. |
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1525-1527 |
Durch Rückzahlung der Pfandgelder fordert das
Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel seine Rechte an Rammelsberg und Forsten
zurück. Jahrzehntelange Auseinandersetzungen folgen, die sich dadurch noch
verschärfen, dass die Stadt die kirchlichen Gebäude jenseits der Stadtmauern
zerstört und in Goslar 1528 die Reformation eingeführt wird, während das
Herzogtum katholisch bleibt. |
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1552 |
Goslar sieht sich gezwungen, im Riechenberger Vertrag
alle Rechte am Rammelsberg und den Forsten an das Herzogtum
Braunschsweig-Wolfenbüttel abzutreten. Im Zeitalter des sich
intensivierenden Fürstenabsolutismus und des beginnenden Überseehandels wird
aus der freien Reichs- und Hansestadt Goslar nach und nach eine
bedeutungslose Landstadt. |
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1632 |
Im 30jährigen Krieg besetzen schwedische Truppen die
Stadt. Hohe Tributforderungen und Plünderungen beschleunigen den
wirtschaftlichen Niedergang. |
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1728 u. 1780 |
Zwei verheerende Stadtbrände treffen die Stadt und
vernichten jeweils mehr als 200 Gebäude. |
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1802 |
Mit der Inbesitznahme der Stadt durch Preußen endet
die 512 Jahre dauernde Epoche als Freie Reichsstadt. Mit der Eingliederung
in einen Staatenverband und Reformen auf organisatorischem, politischem und
wirtschaftlichem Gebiet werden die Voraussetzungen für einen Wiederaufstieg
der Stadt geschaffen. |
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1820 |
Wegen Baufälligkeit wird die Stiftskirche St. Simon
und Judas "auf Abbruch" verkauft. Mit dem "Goslarer Dom" verliert die Stadt
eines seiner wichtigsten Baudenkmäler, erhalten bleibt nur die nördliche
Vorhalle. |
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1859 |
Im "Neuen Lager" werden weitere große Erzvorkommen im
Rammelsberg entdeckt. Das Bergwerk wird wieder wichtiger Wirtschaftsfaktor
und Arbeitgeber, Besitzanteile hat die Stadt jedoch nicht mehr. |
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1868-1897 |
Die vom Verfall bedrohte Goslarer Kaiserpfalz wird
restauriert. Nach Gründung des Deutschen Reiches intensivieren sich die
Bemühungen, ihr den Charakter eines Nationaldenkmals zu geben. |
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10. April 1945 |
Mit dem Einrücken amerikanischer Truppen endet in der
"Reichsbauernstadt des 1000jährigen Reiches" die NS-Herrschaft. Wie in ganz
Deutschland, so sind auch in Goslar in den vergangenen 12 Jahren die
demokratischen Parteien und Institutionen zerschlagen worden, fast alle
Mitglieder der kleinen jüdischen Gemeinde wurden deportiert und ermordet.
Große Zerstörungen durch Bombenangriffe oder Kampfhandlungen gab es hingegen
nicht. |
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30.6.1988 |
Die Erzvorräte im Rammelsberg sind erschöpft, mit
einem letzten Förderwagen endet ein weit über 1000jähriger kontinuierlicher
Bergbaubetrieb. In den folgenden Jahren wird hier ein Besucherbergwerk und
Bergbaumuseum von internationalem Rang ausgebaut. |
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14.12.1992 |
Als elftes deutsches Kulturgut werden das Erzbergwerk
Rammelsberg und die Altstadt Goslar in die UNESCO-Liste des Welterbes
aufgenommen. |
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